Holzhaus

Wohntrend Schwedenhaus: Skandinavische Bauweise sorgt für weniger Heizkosten und mehr Wohlfühlklima

Wohntrend Schwedenhaus

Hausbau / Hozhaus:  Bullerbü-Romantik à la Astrid Lindgren: Die rot gestrichenen Holzhäuschen liegen voll im Trend. Für viele Deutsche ist Schweden schon seit etlichen Jahren ein absoluter Sehnsuchtsort, weshalb die Nachfrage nach Holzhäusern im skandinavischen Stil hierzulande regelrecht boomt.

 

Wo im Alltag immer mehr Stress seinen Tribut fordert, wünschen sich viele Bauherren einen Rückzugsort, der nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten überzeugt, sondern auch ein wohliges Zuhause für die ganze Familie darstellt. Hier eignet sich das sogenannte Schwedenhaus perfekt als alternative Bauweise.

Exportschlager aus Skandinavien

Schwedenhäuser wurden vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr und mehr in Deutschland gebaut. Sie haben sich als praktische und schnelle Form des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg etabliert. Tatsächlich werden die rot-weißen Holzhäuser aber nur in Deutschland als Schwedenhäuser bezeichnet. Die typische rote Farbe hat eine lange Tradition und wird korrekt als Falunrot bezeichnet, da sie aus dem schwedischen Örtchen Falun stammt. Als Abfallprodukt der dortigen Kupfermine wurde es ab dem 16. Jahrhundert als Anstrich für Holzhäuser genutzt, um den Look von mitteleuropäischen Backsteinbauten zu imitieren. Der konservierende Effekt der Pigmentmischung war dabei ein willkommener Nebeneffekt.

Auch heutzutage wird dieser Farbton noch gern verwendet. Doch mittlerweile gibt es die Schwedenhäuser auch in vielen anderen Farben wie Gelb, Blau, Grau oder Grün. Allen gemein sind die weißen Sprossenfenster, der überdachte Hauseingang und der typische Giebel an einer Hausseite. Dass Schwedenhäuser in Deutschland mittlerweile so beliebt und im Hausbau ein echter Klassiker sind, liegt vor allem an der Kombination aus ansprechender Optik und den guten ökologischen Eigenschaften der natürlichen Bauweise, die auch in punkto Kosteneffizienz überzeugt. Denn Holzhäuser besitzen eine hohe Energieeffizienz, sodass es im Inneren in den Wintermonaten länger warm bleibt und im Sommer angenehm kühl ist.

Wohlfühlen durch natürliche Bauweise

Baustoff Nummer eins ist selbstverständlich Holz. Als nachwachsender Rohstoff ist Holz besonders gut zu verbauen und überzeugt dennoch durch seine hohe Belastbarkeit. Die Wände bestehen meist aus einem Holzrahmen und einer Holzschalung. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen, die erst mit hohem Energieaufwand hergestellt werden müssen, ist Holz ein natürlicher und umweltfreundlicher Baustoff. Die Wandkonstruktion von Schwedenhäusern ist mehrschalig, solide und diffusionsoffen. Die Fassade wird mit vertikalen oder horizontal ausgerichteten Holzlatten gestaltet. Die Holzbauweise verschafft Schwedenhäusern einen enormen Vorteil gegenüber anderen Bauweisen, da Holz auch sehr gute Dämmeigenschaften besitzt und dadurch energiesparend wirkt. Viele Schwedenhäuser erfüllen damit die Förderrichtlinien eines KfW-Effizienzhauses 55. Für sie kann dann sogar staatliche Förderung in Anspruch genommen werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Holz sich durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften positiv auf das Raumklima auswirkt. Diese Wirkung kann durch den Einbau eines Systems zur kontrollierten Wohnraumlüftung noch verstärkt werden. So können nicht nur Heizkosten, sondern auch CO2-Emissionen eingespart werden – und für ein ganzjähriges gesundes Wohlfühlklima ist auch gesorgt. Auch für alle Allergiker eignet sich das Wohnen in einem Schwedenhaus, denn durch die ständige Feuchteregulierung haben Hausmilben, Schimmel, Pilze und Hausstaub kaum eine Chance.

Schwedenhäuser tragen ihren Teil zu einer nachhaltigeren Umwelt bei und Bauherren können sich ihr kleines Fleckchen Schweden in die Heimat holen – für ein ganzjähriges Urlaubsgefühl mitten in Deutschland.

Autor: Christian Schaar, Geschäftsführer der Skan-Hus Projekt GmbH
Foto: Skan-Hus Projekt GmbH